Präparation schwieriger Materialien für die Analyse mit Elektronenrückstreubeugung (EBSD)

Die metallographische Präparation von weichen und sehr duktilen Werkstoffen kann schwierig sein, ganz besonders wenn die durchgeführten Analyseverfahren höchste Perfektion verlangen, wie z.B. die Analyse mit dem Elektronenrückstreubeugungsverfahren (EBSD). Durch die Befolgung der nachfolgenden Hinweise wird gewährleistet, dass die Probenpräparation effizient und effektiv durchgeführt wird:

  • Bei den meisten Anwendern beginnen die Probleme bereits mit einer schlechten Trennqualität. Die Probe sollte so vorsichtig wie möglich getrennt werden. Idealerweise sollte zum Trennen eine Präzisionstrennmaschine, zum Beispiel aus der IsoMet-Baureihe verwendet werden.
    • Ein zu aggressives Trennen kann in duktilen Werkstoffen zu Deformationen führen, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind, die aber eine EBSD-Analyse oder auch nur das erfolgreiche Ätzen unmöglich machen.
  • Zum Einbetten sollte ein hochwertes Einbettmittel verwendet werden, das verglichen mit dem Probenmaterial nicht allzu hart ist.
    • Um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen, empfehlen wir die Verwendung von Epoxidharz-Einbettmitteln wie z.B. Epoxicure. Bei REM/EBSD-Proben einen leitfähigen Füllstoff verwenden.
  • Zum Schleifen eine feinere Körnung verwenden, aber sicherstellen, dass sämtliche beim Trennen entstehenden Schäden entfernt werden. Schleifpapier nicht zu lange verwenden!
  • Einen empfohlenen Präparationsablauf befolgen, und dabei besonders auf Sauberkeit achten. Die Probe nach jedem Schritt begutachten.
    • Zahlreiche Empfehlungen zu Präparationsabläufen finden Sie unter www.buehler.com. Für hoch duktile Materialien ist Diamantpaste häufig besser geeignet als Lösungen oder Sprays.
  • Nach Abschluss des Präparationsablaufs einen kurzen Vibrationspoliturvorgang durchführen.
  • Normalerweise werden die Ergebnisse durch 20- bis 60-minütiges Polieren auf einem VibroMet-2-Vibrationspolierer mit einem angerauten Poliertuch wie z.B. MasterTex und einem hochwertigen Poliermittel wie MasterPrep-Aluminiumoxidsuspension oder MasterMet kolloidalem Siliziumdioxid signifikant verbessert.

Durch die Befolgung dieser Hinweise können Sie die Qualität der polierten Proben wesentlich erhöhen und die Genauigkeit der Analyse verbessern, und zwar ohne nennenswert höheren Zeitaufwand als bei einem Standard-Präparationsablauf.

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