Anschleifen von Objektträgern bei der Präparation von Dünnschliffen für die Petrographie

Bei bestimmten Materialien ist die Lichtdurchlässigkeit der Probe zur Untersuchung der Struktur des Materials unerlässlich. Dies ist z.B. bei Gesteinsproben der Fall. Zur effektiven Untersuchung von Gesteinen und Mineralien muss die Probe extrem dünn sein – üblicherweise 5 – 30 µm. Für eine präzise Analyse ist es bei vielen Anwendungen außerdem wichtig, dass die Dicke der Probe sehr gleichmäßig ist.

Um Proben auf eine solch geringe Dicke zu schleifen, werden diese vor dem Dünnschliff auf Glas-Objektträger aufgeklebt. Ein sicherer Halt auf dem Objektträger ist dabei wichtig, um ein präzises, hochwertiges Ergebnis zu erzielen. Die Probe hat unter Umständen keine gleichmäßige Dicke und kann bei der Präparation sogar vom Objektträger rutschen, wenn keine ausreichende Haftung des Materials auf demObjektträger vorhanden ist.

Anschleifen

Zur Erhöhung der Haftfestigkeit und Gewährleistung einer möglichst gleichmäßigen Dicke wird ein als „Anschleifen“ bezeichnetes Verfahren eingesetzt. Durch das Anschleifen wird eine gleichmäßige Oberfläche über den gesamten Objektträger hinweg gewährleistet. Dadurch wird sichergestellt, dass die Oberfläche parallel zur Diamantschleifscheibe ist, und es werden winzige Rillen auf der Klebefläche des Objektträgers erzeugt.

Der Vorgang ist prinzipiell unkompliziert – der saubere Objektträger wird an der Vakuum-Spannvorrichtung befestigt und dann mit der Diamantschleifscheibe in Stufen von ~10 µm geschliffen, bis die Oberfläche gleichmäßig aufgeraut ist – in diesem Zustand hat die Oberfläche ein milchig-weißes Aussehen.

Um optimale Ergebnisse zu erzielen, sollte die Ausrichtung des Glas-Objektträgers während der gesamten Bearbeitung beibehalten werden. Am einfachsten geht dies, wenn eine Ecke des Objektträgers kurz mit SiC-Schleifpapier mit 600-er Körnung geschliffen wird.

Niedrigviskoses Epoxidharz

Die Probe wird mit einem niedrigviskosen Epoxidharz wie z.B. EpoThin 2 auf die angeschliffene Oberfläche aufgeklebt. Durch das niedrigviskose Epoxidharz wird die Dicke der Klebeschicht auf ein Minimum reduziert und die Eindringung des Epoxidharzes in die Probe maximiert. Dadurch wird die Probe während der nachfolgenden Polierstufen optimal gehalten.

PetroBond-Vorrichtung

Mit Hilfe der PetroBond-Vorrichtung werden Dünnschnitte von Proben auf Objektträgern aufgeklebt. Das zu untersuchende Material wird auf dem Glas-Objektträger befestigt und mit der PetroBond-Vorrichtung eine einheitliche Dicke der Klebeschicht von weniger als 100 µm erzeugt. Wenn keine effektive Haftung zwischen dem Material und dem Objektträger vorhanden ist, kann dies eine einwandfreie Platzierung der Probe erschweren, oder sogar dazu führen, dass die Probe bei der Präparation vom Objektträger rutscht.

PetroThin

Dünnschliffe von auf Glas-Objektträgern aufgeklebten Proben werden mit dem PetroThin-Dünnschliffsystem auf eine Dicke von weniger als 100 µm geschliffen. Die Probe wird in die Vorrichtung eingespannt und mithilfe einer Diamantscheibe zunächst auf eine Dicke von ~500 µm geschnitten. Dann ohne neue Einspannung oder sonstige Einstellungen mit höchster Präzision auf eine Dicke von weniger als 100 µ dünngeschliffen. Anschließend kann die Probe auf die endgültige Dicke poliert werden, die vom zu untersuchenden Material abhängig ist.

PetroVue

Mit dem PetroVue -betrachtungsgerät für Dünnschliffe wird der Zustand und die Dicke der Probe während der Präparation kontrolliert. Dies ist die schnellste und effektivste Möglichkeit der Kontrolle des Materialabtrags während der letzten Präparationsstufen und macht eine Kontrolle unter einem leistungsstarken Polarisationsmikroskop während der verschiedenen Präparationsstufen überflüssig.

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