Wie bettet man Proben aus? / Proben aus der Einbettung herausholen

Das Einbetten oder Einfassen von Proben für die Präparation bringt viele Vorteile mit sich. Es werden dadurch nicht nur der Anwender und die Probe geschützt, sondern vereinfacht auch die Automatisierbarkeit, um nur ein paar Vorteile zu nennen. Jedoch können dem Anwender beim Einbetten auch Fehler unterlaufen, wie z.B. die Probe liegt falsch herum oder wurde schief eingebettet. Was macht man in diesem Fall?

Es gibt zwei Möglichkeiten, um das Problem zu lösen. Entweder es wird eine neue Probe eingebettet oder es wird versucht die vorhandene Probe wieder auszubetten. Da die meisten Einbettmittel relativ hart und spröde sind ist es häufig die einfachste Methode die Probe in einen Schraubstock einzuspannen. Dabei wird so lange mit dem Schraubstock Druck ausgeübt bis das Einbettmittel abplatzt. Jedoch sollten währenddessen die Augen geschützt werden, damit keine Splitter ins Auge gelangen. Das Einbringen von Kerben kann die nötige Kraft herabsetzen.

Figure 1: A: Specimen prior to mounting; B: Mounted specimen;                  C: Specimen in the vise;  D: Specimen after removal
Abbildung 1: A: Probe vor dem Einbetten; B: Eingebettete Probe;
C: Probe im Schraubstock; D: Probe nach dem Ausbetten

Außerdem sollte darauf geachtet werden wie empfindlich die Probe ist, da fragile oder dünne Proben durch das oben beschriebene Verfahren zerstört werden können. Bei solchen Proben empfiehlt sich ein Heraustrennen oder -schneiden.

Sollte es sich bei dem Einbettmittel um einen Thermoplast handeln, wie z.B.  TransOptic von Buehler, gibt es auch noch die Möglichkeit durch aufschmelzen des Kunststoffs die Probe auszubetten. Dabei sollte jedoch beachtet werden wie empfindlich die Probe auf Temperatur reagiert und ob dadurch das Gefüge des Materials beeinflusst wird.

Figure 2: A: Specimen mounted in TransOptic; B Specimen after removal
Abbildung 2: A: Probe in TransOptik eingebettet; B Probe nach dem Ausbetten

Es gibt noch eine weitere Möglichkeit Proben auszubetten. Das Verwenden von Lösungsmitteln, wie Aceton, können ebenfalls verwendet werden, um geeignete Einbettmittel aufzuweichen. Hierzu müssen aber weitere Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden.

Fasst man das oben beschriebene zusammen sollte beim Ausbetten auf folgendes geachtet werden: die Empfindlichkeit der Probe auf Druck, Temperatur oder Lösemittel und die Art des Einbettmittels.

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